07.06.06
Spitze: Weinberg, Spielstadt und Umwelt-Schule

Deutsche Post World Net und Stadt Bonn vergeben erstmals den neuen Umweltpreis - Auszeichnung für drei beispielhafte Bonner Projekte - Insgesamt 5 000 Euro Preisgeld

Von Sascha Stienen

Bonn. Die Deutsche Post World Net und die Stadt Bonn haben ihren neuen Umweltpreis gleich an drei herausragende Projekte vergeben: Je 2 000 Euro gehen an den Bürgerverein Limperich für die Rekultivierung des alten Weinberges am Finkenberg sowie an das Projekt "Grüne Spielstadt" auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei in Dransdorf.

>Über 1 000 Euro freut sich die Emilie-Heyermann-Realschule für ihr Projekt "Energie-Effizienz und regenerative Energien". Die Post-Beauftragte für Politik und Nachhaltigkeit, Monika Wulf-Mathies, lobte die engagierten, ideenreichen und wirkungsvollen Projekte.

Bei der Preisverleihung im Post-Tower sagte sie: "Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die jeden angeht." Auch die Post als global tätiges Unternehmen sei sich der Verantwortung für den schonenden Umgang mit Ressourcen bewusst.

Laut Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann haben die drei Projekte "Vorbildcharakter" für viele Nachahmer, weil Menschen aller Altersklassen beteiligt seien. "Junge Menschen tragen auch ein Stück der Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung unserer Welt", sagte sie. Ein gutes Beispiel sind die Projekte der Umwelt-AG an der Emilie-Heyermann-Realschule.

Umweltdezernent Volker Kregel würdigte, dass die Schule in sieben Jahren den Strombedarf um 45 Prozent und den Gasverbrauch um 25 Prozent gesenkt hat. "Die internationale Verzahnung des Themas Nachhaltigkeit durch die Zusammenarbeit mit der Partnerschule in Buchara hat uns nachdrücklich fasziniert", sagte Kregel.

Wie die Schüler Jenny Hauß und Iñaki Aparicio erläuterten, hat die usbekische "Schule Nummer vier" mit Hilfe der Bonner ihren Energieverbrauch bereits deutlich gesenkt. Das Preisgeld soll zur Errichtung einer Photovoltaikanlage für die Partnerschule dienen. "Denn die Auszeichnung haben unsere usbekischen Freunde auf jeden Fall mit gewonnen", so Aparicio.

Der Bürgerverein Limperich bekommt den Preis, weil er die historischen Weinbergterrassen des Finkenbergs rekultiviert hat und nun konsequent ökologisch bewirtschaftet. Kregel lobte: "Es ist herausragend, dass hier jeder mitmachen soll und mitmachen kann."

Der Vorsitzende des Bürgervereins, Karl Wengenroth, sagte: "Vor allem bin ich stolz auf alle aktiven Mitglieder." Er dankte der "sensibilisierten und motivierten Verwaltung" und ermunterte alle Nachahmer, nicht lange zu reden, sondern einfach "zu machen".

Die "Grüne Spielstadt" würdigte Kregel vor allem für ihr ehrenamtliches Engagement. Die Mitstreiter um Walfried Pohl und Luzia Mayer verbinden auf dem 7 500 Quadratmeter großen Areal Naturschutz, -gestaltung und -erlebnis mit Naherholung. 30 Weidentipis und -tunnel sowie Skulpturen bilden die "Grüne Stadt".

Kindergärten und Schulklassen profitieren davon sowie Teilnehmer von Workshops. Spielstadt-Mitarbeiterin Sylvia Drews sagte: "Sie können sicher sein, dass wir das Preisgeld sinnvoll anlegen."

Der Umweltpreis:

Der Umweltpreis der Deutschen Post World Net und der Stadt Bonn wird für vorbildliche lokale Projekte vergeben, die einen Beitrag leisten zum Klima- und Naturschutz, zur Schonung von Ressourcen sowie zum Energie- und Mobilitätsbewusstsein.

Er richtet sich an Bürger, Vereine, Verbände, Initiativen und Firmen, die mit ihren freiwillig erbrachten Leistungen das Interesse an der "Lokalen Agenda 21" wecken und Anreize zur Nachahmung schaffen. Der mit 5 000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Zur Jury gehören Umweltdezernent Volker Kregel, die Post-Beauftragte für Politik und Nachhaltigkeit, Monika Wulf-Mathies sowie die Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Edda Müller. Die ehemalige Umweltministerin von Schleswig-Holstein lobte in einem Grußwort den Vorbildcharakter des Preises.

Der erste Wettbewerb habe deutlich gemacht, wie lebendig in der Bonner Bürgerschaft die Themen "Ökologie" und "Nachhaltigkeit" seien. Die Organisation der Ausschreibung übernimmt das städtische Umweltamt. Diesmal gingen 22 Bewerbungen für den Preis ein.

(07.06.2006)


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